Sehenswerter 4-Seit-Hof in Aachen
27.April 2015

Sehenswerter 4-Seit-Hof in Aachen

Es bleibt fast alles wie es ist, es wird nur noch viel schöner! Sanierung und Umnutzung eines Anwesens in Aachen mit Naturbaustoffen und Sonnenenergiekonzept

 

 

Erläuterung zum Bauvorhaben und zum Energiekonzept

 

1. Die Ausgangslage

 

In den letzten fünfzig Jahren wurden in Deutschland viele alte Bauernhäuser aus der Vorkriegszeit zerstört. Dies geschah aus mangelnder Wertschätzung gegenüber der alten bausubstanz, vielleicht aber auch um die zeitzeugen einer gar nicht so guten alten, eher armen und entbehrungsreichen und harten Zeit zu tilgen.

 

Der Verlust von architektonischer und handwerklicher Tradition ist die Folge.

 

Es wurden auch sonst möglichst rückstandslos die meisten Kriegsruinen des letzten Weltkrieges aus den Ortsbildern entfernt, d.h. wiederaufgebaut oder eben abgeräumt. Wiederaufbauten erfolgten in der Regel als Restauration, also Wiederherstellung eines historischen Zustandes, oder wurden als Neu- und Ersatzbau im Stil der jeweiligen Zeit errichtet.

 

Wenige Architekten beschritten einen alternativen Weg der kritischen Gegenüberstellung zwischen Alt und Neu.

 

In der unmittelbaren NAchkriegszeit setzte in München Hans Döllgast Zeichen für die Berwahrung von Kriegsnarben in der Wiederaufbaukultur (Alte Pinakothek, Allerheiligenhofkirche u.a.).

 

Nachfolger in diesem Geist sind Architekten wie Karl-Josef Schattner in Eichstädt, der seine Arbeit auch auf die italienischen Architekten Carlo Scarpa und Arigo Rudi stützt (Castello Sforzesco in Verona, Querini-Stampalia-Foundation in Venedig u.a.).

 

Zeitgenössische Vorbilder für die Lösung der Aufgabe in unserer Zeit findet man in Berlin (HAus am Kupfergraben und Neues Museum von David Chipperfield) und im Engadin (Hans-Jörg Ruch).

 

Man findet aber auch sonst Vorbilder und Leitbilder, wenn man danach sucht.

 

Sverre Fehn, Peter Haimerl, Kraus-Schönberg und noch ein paar andere arbeiten nach dem Grundsatz, einen substanzschonenden Umgang mit historischer Bausubstanz in den Vordergrund zu stellen.

 

2. Das Konzept

 

Es bleibt fast alles wie es ist, es wird nur noch viel schöner.

 

Das Raumprogramm achtet die gegebenen Räumlichkeiten und nutzt diese. Wo Ersatzbauten gebraucht werden, so sind diese im Zeichen der heutigen zeit, das heißt modern gestaltet und detailiert.

 

Die alte Bausubstanz erhält eine grundlegende technische Instandsetzung und Stabilisierung unter größtmöglicher Bewahrung der historisch gewachsenen und vorhandenen Eigenheiten.

 

Der Raumausbau im Bestand erfolgt weitgehend von innen, um die Anmutung von Außen nicht zu sehr zu verändern.

 

Der Innenausbau ist offen für das Alte - Wandausschnitte geben Einblick in die historischen Aufbauten, Zwischendecken werden geöffnet, Balkenwerk und Dachstühle gezeigt. Raumeinbauten setzen sich auch autark in die vorgegebenen Gebäudehüllen (z.B. Loft in der Scheune) als Raum im Raum.

 

DIe Beheizung erfolgt weitgehend CO2-neutral durch den Einbau einer Sonnenhaus-Heizungstechnik mit Solarthermienutzung und Saisonspeichertechnik - Altbausolarisierung. Ergänzt wird das komfortable Sonnenhauskonzept durch dezentrale Holzkaminöfen, die die Behaglichkeit und die Wohlfühlatmosphäre zusätzlich positiv beeinflussen. Ein Holzpelletkessel ergänzt das Heizsystem zur Abdeckung von Spitzenlasten und bei der Wasseraufbereitung.

 

3. Maßnahmen

 

-  energetische Gebäudesanierung nach Energieeinsparverordnung EnEV

 

- Herstellung von zeitgemäßen und qualitätsvollen Wohn- und Arbeitsräumen

 

- Bewahrung und Sicherung des spezifischen Charakters und der besonderen Atmosphäre des alten Bauernhofes in der Gesamtheit aber auch in den Details

 

- Instandsetzung oder Erneuerung von verbrauchter Bausubstanz, wo statisch und konstuktiv zwingend erforderlich

 

- Umsetzung eines Sonnenhauskonzeptes 50+ für die Beheizung

 

- Verwendung von Naturbaustoffen bei der energetischen Sanierung, insbesondere Einsatz eines innenliegenden Wärmedämmsystems mit Untergrundausgleich

 

- die Freiflächengestaltung soll das gesamtkonzept in seiner Wirkung unterstützen

 

4. Nutzungsänderung - Neue Nutzung in einem alten Bauernhof

 

Die Bauherren-Familie erwirbt den alten, vom Verfall bedrohten Vierseithof und definiert für die Zukunft neue Nutzungsvorstellungen. Eine Überprüfung des gewünschten Rahmenprogrammes ergibt eine Kongruenz mit dem Raumangebot, die mit gewissen behutsamen Eingriffen hergestellt werden kann.Die vorgesehenen Nutzungen:

- Wohnen im alten Bauernhaus

- Praxis (alternativ Büro oder Gästewohnen)

- Atenier im Erdgeschoss der Scheune

- Wohnloft in der alten Scheune

- Errichtung von Ersatzbauten als Remisen um einen neuen Atriumhof

- Errichtung von Garagen als KFZ-Stellplätze

 

5. Energiekonzept: Sonnenhaus - Solarwärmespeicher

 

Die Planung der haustechnischen Anlagen sieht eine größtmögliche Deckung des Gebäudewärmebedarfs (Heizung und Warmwasser) durch Solarenergie vor. Auf dem nach Südosten orientierten Scheunendach wird eine rund 100 qm große Solarkollektoranlage installiert. Ein in der Scheune stehender Solar-Wasserspeicher, mit einem Volumen von 40.000 Liter und einer optimierten Wärmedämmung aus natürlichen Holzfasern, dient als Wärmespeicher. In kombination mit einem 30 KW Scheitholzofen und einem moduliert regelbaren Holzpelletkessel für heizspitzenlasten wird eine solare Deckung in Höhe von über 5ß % für den Jahresheizwärmebedarf angestrebt. Der ehemalige Bauernhof ist ein innovatives Beispiel für die energieeffiziente Sanierung von Altbauten, die eine hohe Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit auch in energetischer Hinsicht vorweisen.

 

Der für die Bewirtschaftung erforderliche Primärenergieeinsatz ist äußerst niedrig und liegt weit unter den Mindestanforderungen des gesetzgebers nach der Energieeinsparverordung EnEV.

 

Dies ist das größte Altbausolarisierungsprojekt dieser Art in Deutschland.

 

Unser Dank geht an Architekt Uwe Fickenscher aus Hof und Fotograf Jörg Hempel aus Aachen mit deren freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung.

 

 

 

               

 

 


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